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Anlageberatung: BaFin nimmt die Robo Adviser ins Visier 11/09/2017. Einige Online-Plattformen firmieren offiziell als „Vermittler“, was den Anlegerschutz weitgehend aushebelt. Der Finanzaufsicht ist das ein Dorn im Auge – zu Recht.

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Bisweilen lohnt es sich, die Publikationen der Finanzaufsicht BaFin zu studieren. Denn in den sachlich-unaufgeregten Texten können sich Aussagen mit erheblicher Sprengkraft für die Finanzbranche verbergen.

So auch im jüngsten BaFin-Journal, in dem sich die Aufseher die Robo Adviser vorknöpfen – zumindest jene, die offiziell als „Anlagevermittler“ und nicht als „Berater“ firmieren. In der Regel, heißt es trocken, erfüllen die Plattformen „den Tatbestand der Anlageberatung“. Da meist „persönliche Umstände“ abgefragt würden, hätten Empfehlungen „persönlichen Charakter“.

Zudem warnt die BaFin FinTech-Unternehmer, „um der Schnelligkeit willen einen Robo-Advisor zu lancieren, der (vergeblich) versucht, den Tatbestand der Anlageberatung zu umgehen“.

Jetzt wird sich die Spreu vom Weizen trennen

Angesichts der klaren Botschaft gehe ich davon aus, dass die Aufseher in den nächsten Monaten entschlossen gegen Online-Plattformen vorgehen, die noch als Anlagevermittler oder sogar als technische Dienstleister für Wertpapier-Aufträge („execution-only“) firmieren.

Und das ist gut so, weil in solchen Fällen der Anlegerschutz weitgehend ausgehebelt wird (worauf ich bereits vor einigen Monaten an dieser Stelle hingewiesen hatte).

Zudem ist der bevorstehende Ausleseprozess ein wichtiger Schritt zur Professionalisierung einer Branche, die das Potenzial hat, die Geldanlage und Altersvorsorge deutlich zu verbessern – vor allem durch einfache und kostengünstige ETF-Investments anstelle teurer und komplexer Finanzprodukte, die nur wegen hoher Provisionen in den Markt gedrückt werden.

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