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Autonomes Fahren: Warum Technik-Vertrauen nicht ausreicht 08/03/2019. Ein Experiment in Düsseldorf zeigt: Menschen sind bereit, in selbstfahrende Taxis zu steigen. Für eine breite Akzeptanz autonomer Fahrzeuge muss aber ein weiterer Faktor hinzukommen – Vertrauen in die Autohersteller.

Automobil, IT-Recht| Ansichten: 315

Vertrauen Menschen ihr Leben und ihre Gesundheit im Straßenverkehr bedenkenlos einem Roboter an? Die Redakteure des WDR-Wissenschaftsmagazin „Quarks“ wollten es genauer wissen und haben ein interessantes Experiment am Düsseldorfer Flughafen durchgeführt: Die Fahrgäste dachten, sie steigen in das erste selbstfahrende Taxi Düsseldorfs ein. Allerdings war das Fahrzeug präpariert und wurde in Wahrheit von einer versteckten Fahrerin gesteuert.

Auf Frage einer Computerstimme gaben die Menschen die gewünschte Zieladresse an, und das Taxi fuhr los. Da dies alles nur ein Sozialexperiment war, wurde die Fahrt allerdings nach 50 Metern gestoppt. Auf die Frage, was sie von der Fahrt hielten, reagierte die Mehrheit der Fahrgäste positiv eingestellt und zeigte großes Technikvertrauen.

Innovation braucht Datenschutz

Es gab zwar auch Kunden, die wieder ausstiegen, da autonomes Fahren noch gar nicht zulässig seien. Doch selbst sie zeigten auch sie sich offen gegenüber selbstfahrenden Autos in einigen Jahren, wenn die Technik ausgereift ist und mit komplexen Straßensituationen umgehen kann.

Das sind gute Nachrichten für die Autohersteller. Allerdings bin ich überzeugt: Technikvertrauen wird nicht reichen, damit sich automatisiertes und später autonomes Fahren durchsetzt. Denn Innovation setzt sich nur durch, wenn die Kunden auch den Anbietern vertrauen.

Die Autohersteller müssen deshalb die Menschen überzeugen, dass sie ihre Privatsphäre respektieren – durch hohe Datenschutz-Standards.

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